Ändere dich, Situation! 

Verena Dengler, Harun Farocki, Kathi Hofer, Eric Kläring, Krüger/Pardeller, Zoe Leonard, Dorit Margreiter, Michaela Melián, Johannes Porsch, Peter Raneburger, Michael Riedel, Gregor Sailer, Joe Scanlan, Rens Veltman, Christopher Williams, Heimo Zobernig

Der Titel, aus René Polleschs www-slums geliehen, dient als Imperativ für eine Reflexion von Arbeits- und Produktionsbedingungen. Dabei geht es in erster Linie um die künstlerische Produktion, vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse. Die Verflechtungen und Anforderungen eines ästhetischen Handelns mit den sozialen und politischen Bedingungen und ihren Verbindlichkeiten, ihren ökonomischen Rahmenbedingungen und Ressourcen sind hier Ausschlag gebend. Wie formieren sich die Verhältnisse zwischen Arbeit, Kunst, Medien und Kreativität? Nachdem sich die Kunst durch die diskursive Ausdifferenzierung seit dem 18. Jh. von den Künsten verabschiedet hat, und zu einem substantiell aufgeladenen Begriff geworden ist, ist sie anderen Kriterien der Verwertbarkeit ausgesetzt.
Zu fragen ist, ob nicht eine „Aufteilung des Sinnlichen“, wie es Jaques Rancière formuliert, Rhetoriken hervorbringen würde, die einen Appell an die den einzelnen Medien innewohnenden Bedingungen zu richten vermag. Es würde gelten, Malerei und Skulptur mit Fotografie und Film mit Ausstellung und Museum als gemeinsame ästhetische Handlungsfelder zu orten, und in der „Aufteilung der Räume, Zeiten und Tätigkeiten“ Formen
der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, der Teilhabe und der Nicht-Teilhabe zu verhandeln.